ZO Online: Gerüstet für die Lehrstellensuche

24.09.2008 11:47

Lehrstellennachweis der Berufsberatung im Internet
Soll die Bewerbung aus dem Stapel der Mitbewerber ins Auge stechen, muss sie sorgfältig verfasst sein. Einige Tipps für griffige Dossiers.

Nadine ist in der dritten Oberstufe und sucht eine Lehrstelle im kaufmännischen Bereich. Die Schnupperlehre hatte ihr gefallen, leider konnte sie mit der Firma keinen Lehrvertrag abschliessen. Jetzt ist sie seit Anfang des Schuljahres dabei, nach möglichen Lehrstellen zu suchen.
Seit 1. September ist der Lehrstellennachweis des Kantons Zürich auch im Internet abrufbar. Dort werden Mitte September für 22 Berufsfelder im Kanton Zürich rund 9700 offene Lehrstellen angeboten. Nadine kann offensichtlich wählen, gleichzeitig ist ihr bewusst, dass sie viele Mitbewerber haben wird. Die Bewerbung muss also Hand und Fuss haben.
Per Post oder als Mail?

Am besten ruft man vor dem Schreiben einer Bewerbung im Betrieb anund fragt, ob die Lehrstelle wirklich noch frei ist. Dabei kann geklärt werden, ob die Bewerbung online erfolgen oder als Dossier per Post zugestellt werden soll. Möchte der Betrieb eventuell einen handschriftlichen Bewerbungsbrief? Dies wird übrigens kaum je wegen einer Schriftprobe verlangt, sondern weil sich häufig nur die wirklich motivierten Bewerberinnen und Bewerber die Mühe einer handschriftlichen Bewerbung machen.

Die Firma kann auf diese Weise die Anzahl Bewerbungen auf eine positive Selektion reduzieren. Von Vorteil ist es auch, beim Telefongespräch den Namen der Person herauszufinden, an die die Bewerbung zu richten ist. Und schliesslich kann es auch sein, dass der Betrieb keine schriftliche Bewerbung, sondern direkt ein Vorstellungsgespräch möchte.
Bewerbung in drei Teilen

Jede Bewerbung besteht aus drei Teilen, der erste Teil bezieht sich auf die Berufswahl. Weshalb besteht das Interesse gerade an diesem Beruf? Wie kam es dazu und was fasziniert? Gibt es bereits Erfahrungen in dem Berufsfeld? Im zweiten Teil steht die eigene Persönlichkeit und Motivation im Vordergrund. Da geht es um Stärken und Eignungen, um Leistungsbereitschaft und Freizeitbeschäftigung.

In den dritten und letzten Teil gehören Hinweise, weshalb der/die Jugendliche gerade in diesem Betrieb eine Lehre machen möchte. Recherchen über die Firma, beispielsweise im Internet, gehören zu den Hausaufgaben, die deshalb vor der Bewerbung zu machen sind.

Die Erfahrung zeigt, jede Bewerbung muss auf die aktuelle Situation, insbesondere auf die Firma, bei der man sich bewirbt, ausgerichtet werden. Lieber wenige, dafür sorgfältig erstellte Bewerbungen, aus denen die Persönlichkeit des Jugendlichen und seine Motivation hervorgehen. Massensendungen nichtssagender Standardbewerbungen bleiben meist erfolglos.

Zu einer Top-Bewerbung gehört, dass sie dem gewählten Berufsbereich entspricht. So müssen Bewerbungen für gestalterische Berufe die Kreativität des Bewerbers widerspiegeln. Für eine Banklehre bewirbt man sich mit einer sachlichen, einwandfreien Bewerbung. Und für Berufe mit viel Kundenkontakt bewährt es sich, die Bewerbung persönlich vorbeizubringen und so die eigene Kontaktfähigkeit zu zeigen.

Auch wenn gewisse Betriebe bereits vor den Sommerferien Zusagen gemacht haben, beginnt die Mehrheit der Betriebe ihre Selektion erst im September und später. Das bestätigt die Anzahl offener Lehrstellen auf der Homepage der Berufsberatung Zürich. Und es gibt immer Schulabgänger, die kurz vor Lehrbeginn oder sogar danach noch einen guten Ausbildungsplatz finden.

Am erfolgreichsten verläuft die Bewerbungsphase, wenn sich die Jugendlichen eingehend mit der Berufswahl auseinandergesetzt haben und sich in ihren Berufsabsichten sicher sind. Auch in Berufen mit wenigen Lehrstellen und auch für Jugendliche mit nicht ganz brillanten schulischen Leistungen bestehen bei entsprechender Motivation gute Chancen auf Erfolg.

Der Zwang zu Alternativen ist ein zweischneidiges Schwert. Das Fahren auf zwei Gleisen bedeutet, dass Motivation und Energie auf zwei Gebiete verteilt werden müssen. Oft erscheint die Alternative dann als Notlösung, die mit wenig Überzeugung vertreten wird.
Begleitung durch Eltern

Eltern sind auch in der Zeit von Berufswahl und Lehrstellensuche wichtige Bezugspersonen. Sie sollen da sein und unterstützen, sie sollen nachfragen, mitdenken, vielleicht auch mal ein bisschen «stupfen, aber nicht stressen», bei Absagen den Glauben nicht verlieren und Vertrauen vermitteln - aber sie sollen den Jugendlichen ihre Aufgaben nicht abnehmen.

Damit der Lehrstellennachweis des Kantons Zürich (www.lena.zh.ch) immer aktuell ist, müssen die Lehrfirmen ihre offenen Lehrstellen melden. Ebenso wichtig ist es, die Besetzung der Lehrstellen zurückzumelden, damit sie aus der Liste entfernt werden können. (ajb)

Für mehr Informationen: Biz Uster, Brunnenstrasse 1, Telefon 044 905 45 45 oder

Zurück