Pilotprojekt ModUs hilft jungen Eltern, eine Ausbildung zu machen

14.02.2009 09:19

70 Mütter stehen noch auf der Warteliste - Verlängerung um ein Jahr

Von Christina Fuhg

Ausbildung als Chance: Mitarbeiterin Sabine Hinrichs (rechts) informiert Katsiaryna Korkhaus. Bonn. Mangelnde Bildung ist eine häufige Ursache für Arbeitslosigkeit und Armut. Doch gerade für junge Mütter und Väter ist es oft schwer, eine Ausbildung zu machen. Das Pilotprojekt Modulares Unterstützungssystem (ModUs) des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD) in Bonn hat zum Ziel, ihnen aus der Armutsspirale zu helfen. Das Projekt läuft seit zwei Jahren.

"Freiwilligkeit ist ein ganz wichtiger Motor", sagte Projektmitarbeiterin Elisabeth Wößner-Schmelzle. Schließlich ist eine Ausbildung für junge Eltern eine Doppelbelastung. Selbst wenn diese eine Teilzeitausbildung ist: Neben zehn Stunden Berufsschule arbeiten die Azubis etwa 20 Wochenstunden im Ausbildungsbetrieb.

"Aufgrund der persönlichen Reife, die die Projektteilnehmer mitbringen, geht man davon aus, dass dennoch drei Jahre Ausbildung reichen", so Wößner-Schmelzle. Die Ausbildung könne bei Bedarf verlängert werden. Eine Herausforderung, die bereits 26 Mütter annahmen. Väter haben sich bisher nicht gemeldet.

13 Betriebe aus dem öffentlichen Dienst und der freien Wirtschaft konnten die Projekt-Mitarbeiter bereits für ModUs gewinnen. Ein speziell erarbeiteter Ausbildungsrahmenplan berücksichtigt die Bedürfnisse der Mütter. "Wenn wir nicht so individuell arbeiten würden, wären wir nicht so erfolgreich", sagte Wößner-Schmelzle.

Denn bisher brach erst eine Teilnehmerin das Projekt wegen einer erneuten Schwangerschaft ab. Bei der Organisation der Kinderbetreuung helfen Kontakte der Mitarbeiter zum Tagesmütter-Netzwerk und zum Jugendamt.

"Die Ausbildung ist nicht so schwierig", sagte Anna Böhm. Als Mutter einer vierjährigen Tochter hatte sie bisher nur einen Hauptschulabschluss. Jetzt macht die 24-Jährige bei der Deutschen Welle eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation.

Seitdem gehe es finanziell besser, berichtete sie. Neben ihrem Ausbildungsgehalt erhalten die Mütter Bundesausbildungsbeihilfe, ARGE-Leistungen für den Nachwuchs, Kindergeld und eventuell Wohngeld.

Finanziert wird das Projekt von der RheinEnergieStiftung Familie, der ARGE Bonn, dem CJD und der Jugendstiftung der Sparkasse KölnBonn. "Das ist eine Investition, die sich auch langfristig auszahlt", sagte Lorenz Dierschke, stellvertretender Geschäftsführer der ARGE Bonn. Nachdem das Pilotprojekt zunächst bis Ende Januar befristet war, wurde es nun um ein Jahr verlängert.

Eine Entscheidung, die nicht nur der CJD-Institutsleiter Stefan Böker gerne hörte, sondern auch die 70 Mütter, die darauf warten, endlich teilnehmen zu können.

Mehr Informationen zu ModUs unter Telefon (02 28) 98 96 211 und -270.

Artikel vom 14.02.2009

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